Perikles und die Stadt

Akropolis_AthenIch war neulich seit langem mal wieder auf einer Party. Bin kein grosser Partygänger und normalerweise kann ich mich drücken, ging diesmal aber nicht. Glücklicherweise gab es einige interessante Gespräche, unter anderem eins über Gemeindemodelle und –vision. Ich habe später zuhause noch weiter über das Thema nachgedacht und mir ist ein Satz von Perikles eingefallen: „alles Gute fliesst in die Stadt, weil die Stadt Grösse hat“. Ich hoffe, er hat das wirklich gesagt, ich zitiere aus dem Gedächtnis nach einem Spielfilm (City Hall), den ich mal gesehen habe… ;-)
Ich glaube, dass die meisten Christen, natĂĽrlich die Pastoren vorneweg, ĂĽber (ihre) Gemeinde denken wie Perikles ĂĽber Athen: alles Gute muss in die Gemeinde fliessen, weil die Gemeinde Grösse hat – sie ist Gottes Plan und Strategie, etwas wofĂĽr es sich lohnt, alles zu geben. Alles verfĂĽgbare an Zeit, Geld, Gebet, Motivation usw. muss in die Gemeinde fliessen, die damit schnell zu einem Selbstzweck wird, denn was macht die Gemeinde mit all den Ressourcen, die sie bekommt? Sie wird grösser… „Perikles und die Stadt“ weiterlesen

Bruder Lorenz

klosterWieder einmal eine Buchbesprechung.
Ich habe die letzte Woche ein kleines Büchlein aus dem späten 18.Jahrhundert gelesen: Bruder Lorenz, Allzeit in Gottes Gegenwart. Die Sammlung ist 1785 erschienen, die Originaltexte sind allerdings älter, sie stammen aus der Zeit von 1660-1690. Bruder Lorenz war Laienbruder und hatte sich ganz der Gegebwart und Liebe Gottes verschrieben. Alles was er tat, und sei es nur einen Strohhalm in der Küche aufzuheben, tat er aus Liebe zu Jesus. Er war dafür bekannt, ständig in der bewussten Gegenwart Gottes zu leben.
Dabei war seine Ăśbung fĂĽr das damalige Klosterleben ungewöhnlich: er dachte einfach ständig und unentwegt an Gott und pries ihn in seinem Herzen fĂĽr seine Liebe. Diese Ăśbung entwickelte mit der Zeit eine Eigendynamik in ihm und so stellte er fest, dass Gott ihn immer wieder zu sich zog, sobald er sich einmal von ihm entfernte. „Bruder Lorenz“ weiterlesen

Reformation oder Deformation?

spaltungJohn Wimber zitierte in einer Predigt mal einen Freund, dessen Namen ich vergessen habe. Sinngemäss sagte er, dass man die Reformation als eines der grössten Geschenke an den Leib Jesu sehen kann – und als eine der grössten Katastrophen, die ihm je passiert sind.
Sicher war die Reformation notwendig, das Heil in Christus, der Glaube und das Wort mussten betont werden, da fĂĽhrte kein Weg dran vorbei. Aber das Ziel Gottes war nicht die Spaltung seiner Kirche sondern ihre Erfrischung. Im Negativen hat die Reformation ebenso grosse Akzente gesetzt wie im Positiven, seither sind Spaltungen normal bis dahin dass jetzt Gemeinden eher ausserhalb der kirchlichen Sphäre gegrĂĽndet werden als innerhalb “Refomation” zu versuchen. „Reformation oder Deformation?“ weiterlesen

Publikumspredigt

publikumHeute haben wir im Gottesdienst eine Publikumspredigt gemacht. Das Ganze war nicht ganz spontan, weil es schon am Sonntag vorher angesagt worden ist, aber dennoch sehr geil. Ich habe nicht selbst gepredigt, sonder jeder hatte bis zu maximal fünf Minuten Zeit etwas über einen Bibelvers ihrer/seiner Wahl zu sagen. Am ende waren es sechs Leute, die was gesagt haben, so dass wir auf eine gute Predigtlänge gekommen sind.

Ich muss sagen, dass ich schon ganz schön nervös war. Es gibt ja viele Prediger, die vor einer Predigt nervös sind; das Problem habe ich in der Regel eigentlich nicht. Meist bin ich nur angespannt und etwas angeregt, aber nicht richtig nervös. Diesmal war ich es schon, weil man bei derartigen Experimenten doch eine Menge Kontrolle ĂĽber der Gottesdienst abgibt und natĂĽrlich nicht sagen kann, ob es klappt. Die Hauptfrage war, ob ĂĽberhaupt einer mitmachen wird. „Publikumspredigt“ weiterlesen

form follows function

Das Schwert pfiff Sekundenbruchteile durch die Luft, eine rote Fontäne schoss aus dem Halsstumpf hervor und malte ein Spritzmuster auf das Kleid des Scharfrichters. Der Kopf fiel polternd zu Boden und rollte zur Tür, wo ihn ein Knecht geschickt mit dem Fuß stoppte und auf den blankpolierten Silberteller legte. Der Täufer war tot, ein Ärgernis beseitigt, ein Versprechen gehalten.

Johannes brannte fĂĽr Jesus. Schon von Mutterleib an mit dem Heiligen Geist erfĂĽllt, gab es fĂĽr ihn nur einen Lebensinhalt: die Menschen auf Jesus hinzuweisen. Er war nicht attraktiv, niemand „form follows function“ weiterlesen

Sich selbst lieben und das Leben gestalten

kirsche.jpgGott lieben, die christlichen Geschwister lieben, den Nächsten lieben, seine Feinde lieben. Das ist das, was Jesus, der Sohn Gottes, uns aufgetragen hat..

Was noch? Dem Reich Gottes zuerst dienen, die Menschen mit der Botschaft der Liebe erreichen, beten, sich allezeit freuen, sein Geld ins Reich Gottes geben und sich in der Gemeinde unterordnen. Sicherlich gibt es noch weitere wichtige Punkte, die noch angefĂĽgt werden mĂĽssten..

Was fehlt Ihrer Ansicht nach in dieser Aufzählung, die einem schon beim Lesen ein Gefühl von religiösem Angestrengtsein vermittelt?

„Sich selbst lieben und das Leben gestalten“ weiterlesen

Lebendige Diskussionsstruktur in der Gemeinde

Irgendwann fingen wir an, uns zu treffen. Es muss 2001 oder 2002 gewesen sein, so genau weiĂź ich es nicht mehr. Mein guter Freund Klaus hatte ein brisantes Buch gelesen: Häuser, die die Welt verändern von einem gewissen Wolfgang Simson. Und nun war er voller Begeisterung und Eifer fĂĽr die Vision von Hauskirche und suchte eine Schar von Freunden und Mitstreitern zusammen, um diese Vision zu verwirklichen. Wir waren, wie so ĂĽblich, eine Bande von Davids Helden: Verbitterte, Bedrängte und Verschuldete! Allesamt mehr oder weniger Gemeindegeschädigt und mit vielen persönlichen Problemen. „Lebendige Diskussionsstruktur in der Gemeinde“ weiterlesen

Kommunikation – Beziehung – Ehekrise – Trennung

Vielleicht haben es ja einige in unserer kleinen Hauskirche noch nicht gemerkt. Aber die Beziehung zwischen Mann und Frau ist der groĂźe Dauerbrenner in unserer Gemeinschaft. Lange Zeit war es ein running Gag, dieses neckische Spielchen ĂĽber die richtige Theologie und den Stellenwert der Frau in der Gemeinde und Ehe. Die Frage der Unterordnung unter den Ehemann als Oberhaupt der Familie und wie der Ehemann es wohl schaffen soll, seine Frau so zu lieben, wie Christus die Gemeinde liebt (Nämlich bis hin zum Tod am Kreuz). So etwas lesen wir im Brief des Paulus an die Epheser. „Kommunikation – Beziehung – Ehekrise – Trennung“ weiterlesen

Einfache Gemeindeformen (Hauskirche) und Netzwerke

Ich möchte das Thema Netzwerk und Simple Churches, Vernetzung und „Einfache Gemeinden“ aufgreifen, weil ich denke, dass es noch nicht genĂĽgend erklärt und diskutiert wurde.

Zunächst einmal, was sind Einfache Gemeinden?

Einfache Gemeinden (Hauskirchen) sind verteilt in ganz Deutschland. Man sieht sie erst auf den zweiten Blick, da in der Regel KEIN Kirchturm vorhanden ist. Hausgemeinden haben ihre Existenz in den Wohnungen und Häuser der Christen. Im Leib Christi entwickeln sich wieder die urchristlichen Formen, Gemeinde zu leben. „Einfache Gemeindeformen (Hauskirche) und Netzwerke“ weiterlesen

Wie ich mein Sony Ericsson K 550i und meine Schuld.en verlor

telekommunikations-werkzeuge_von_marco_barnebeck.jpgKommunikation ist etwas sehr Wichtiges. Ăśberlebensnotwendig! – Deswegen habe ich mir, nach vielen Jahren Pause von neuen Modellen, vor einem Monat jetzt das gleiche Handy wie mein 13-jähriger Sohn gekauft: Das elegante, schwarze Sony Ericsson K 550i und eine riesige Speicherkarte. Seitdem wurde ich, auch nachts (wegen der Weckfunktion) selten „ohne“ gesehen.

Vorgestern kam mein Sohn atemlos heimgerannt: „Mein Handy ist weg! Ich habe nur …„ (er war seiner Auskunft nach total unschuldig und hatte nur FuĂźball und Fangen gespielt). Trotz langer Suche und ergebnislosem Anrufen der Nummer war klar: Jemand anderes freut sich jetzt. „Wie ich mein Sony Ericsson K 550i und meine Schuld.en verlor“ weiterlesen

Buzzword: Community Organizing

strassenbahn.jpg ... oder auch unter dem Stichwort „BĂĽrgerplattform“ bekannt. Am Wochenende war ich auf .einem Seminar fĂĽr „Community Organizing“ und bin recht begeistert zurĂĽckgekommen. Besonders gefallen hat mir die Mischung von den unterschiedlichsten Leuten, von links bis rechts und quer durch alle Religionen und Rassen. Und alle waren nett! „Buzzword: Community Organizing“ weiterlesen

Prophetie live im Angesicht des Todes

die-letzte-zigaretee.jpgStellen Sie sich vor: Ihr Vater stirbt und Sie haben die Chance, die letzte Stunde seines Lebens mit ihm zu verbringen. Was erwartet Sie wohl? Die Vergangenheit, die erlebten Schmerzen oder vielleicht die schönen Momente? Reden, Schweigen? Oder herrscht der Schmerz vor, jetzt in der Gegenwart loslassen zu müssen? Werden diese Momente auch von Hoffnung und Gedanken an die Zukunft bestimmt sein?

Sicherlich wird sich in der Stunde des eigenen Todes zeigen, in welcher Haltung wir unser Leben gelebt haben. Ein Philosoph hat einmal gesagt: Ich konnte gut ohne Gott leben, aber jetzt kann ich nicht ohne ihn sterben. „Prophetie live im Angesicht des Todes“ weiterlesen

Strassenkirchen – Gottesdienst auf der Strasse in Neuseeland

menschenmenge.jpgWenn die Menschen nicht in Gottesdienst kommen, wie wäre es wenn der Gottesdienst zu den Orten kommt, wo die Menschen sind. Und das auf eine angenehme Art und Weise?

Das mĂĽssen sich auch Christen aus Neuseeland gedacht haben, wo sich eine Strassenkirchenbewegung ausbreitet. Die „Street-Church-Bewegung“ bringt die Gottesdienste raus aus den Gebäuden und hinein in die Strassen. „Strassenkirchen – Gottesdienst auf der Strasse in Neuseeland“ weiterlesen

Zahrnt: Jesus grĂĽndete keine Kirche

Von Esther Vietz ĂĽber Dr. Heinz Zahrnt (ev. Theologe 1915 – 2003), „MutmaĂźungen ĂĽber Gott“: Jesus habe gar keine Kirche gegrĂĽndet.

Kirche – Aufgebot des Glaubens in der Welt

Dass ich Christ bin, verdanke ich der Kirche – sie hat mir die Bibel erschlossen. Aber ich könnte nicht mit Martin Luther sagen: »Ich hab sie lieb, die werte Magd.« Es geht mir mit der Kirche wie Gustav Heinemann mit dem Staat, der, auf sein Verhältnis zu ihm angesprochen, zu antworten pflegte, er liebe nicht den Staat, sondern seine Frau. „Zahrnt: Jesus grĂĽndete keine Kirche“ weiterlesen